Von Algebra bis Zucker
Arabische Wörter im Deutschen

Verlag Philipp Reclam jun. 2. erweiterte u. aktualis. Aufl., Stuttgart 2013, 320 S., 11,95 Euro
(auch als E-Book erhältlich)

Autor: Andreas Unger,
*1945 , Studium d. Altphilologie, Germanistik und Romanistik, freier Autor, lebt in Berlin.

E-mail: unger37@gmx.de
 

Mitarbeit: Andreas Christian Islebe,
*1969, Studium der Arabistik, Islamwissenschaft  und Vergleichenden. Musikwissenschaft, lebt in Berlin.

E-mail: islebe@versanet.de

In diesem Buch werden in lexikonähnlicher Art 98 im heutigen Deutschen geläufige Wörter dargestellt, die aus dem Arabischen stammen oder über das Arabische ins Deutsche gelangt sind: Arsenal, Lack, Matratze, Sofa usw.

Mit der Geschichte der Wanderung eines Worts vom ersten Auftauchen bis zum heutigen Sprachgebrauch wird gleichzeitig auch immer die Kulturgeschichte der damit bezeichneten Sache dargestellt:
So werden mit dem Weg vom altindischen lãksã übers arabische lakk und italienische lacca bis hin zum deutschen Lack auch die Bedeutungsveränderung vom roten kosmetisch und medizinisch genuzten Farbstoff bis zum heutigen, industriell hergestellten Anstrich und die Gründe für diese Veränderungen untersucht oder im Artikel Sofa der Weg von shuffa, der überdachten Halle in der ersten Moschee, dem Haus des Propheten Mohammed, über den osmanischen Ehrensitz shuffe, sofa zum französischen Möbelstück sopha verfolgt.

Es entsteht so mosaikartig das Bild eines „Zusammenwirkens der Kulturen“ (Lévi-Strauss) im Laufe eines über 2000 Jahre umfassenden Zeitraums.

Die Tatsache, dass die meisten dieser Wörter und der damit bezeichneten Dinge im Mittelalter aus dem Arabischen in die Sprachen des Westteils Europas gelangt sind, weist darüber hinaus darauf hin, dass die Europäer damals offenbar von einer als überlegen empfundenen arabisch-islamischen. Kultur fasziniert waren, welche allerdings selbst wiederum ihre Strahlkraft zu einem großen Teil dadurch erlangte, dass sie bedeutende Einflüsse aus dem Orient und der griechischen Antike verarbeitet hatte.

An Hand der einzelnen Wortartikel ergibt sich dabei auch ein Überblick über die verschiedenen Bereiche wie etwa Wissenschaften, Landwirtschaft, Technik und Luxus, in denen die Europäer von den Arabern Kenntnisse oder Sitten übernahmen, welche dazu beitrugen, die Kultur des neuzeitlichen Europa zu formen.

Dem Buch ist angegliedert ein Register mit weiteren 70 weniger bekannten Wörtern bzw. Personennamen u.a., die in den 98 Einzelartikeln beiläufig erläutert werden.
Zum besseren Verständnis der geschichtlichen Zusammenhänge sind ein Überblick über wichtige Daten sowie 3 Karten beigefügt.

Folgende Wörter sind in Artikeln behandelt:
Admiral, Alchimie, Algebra, Algorithmus, Alkali, Alkohol, Alkoven, Amalgam, Ambra, Anilin, Aprikose, Arabeske, Arsenal, Artischocke, Aubergine, Azur, Baldachin, Benzin, Berberitze, Bor, Dschihad, Elixier, Estragon, Falafel, Gamasche, Gaze, Gazelle, Ghasel, Giraffe, Gitarre, Hamam, Harem, Hasard, Haschisch, Henna, Intarsie, Islam, Jasmin, Joppe, Kadi, Kaffee, Kaliber, Kampfer, Kandis, Karaffe, Karat, Karmin, Kattun, Kiffen, Koran, Kork, Lack, Laute, Lila, Limette, Limonade, Magazin, Marabu, Marzipan, Matratze, Matt, Minarett, Mohair, Mokka, Monsun, Moschee, Mumie, Musselin, Myrrhe, Natron, Orange, Papagei, Racket, Razzia, Ries, Rochade, Safari, Safran, Sandel(holz), Satin, Schach, Scharia, Scheck, Scheich, Sirup, Soda, Sofa, Sorbet, Spinat, Sultanine, Talisman, Tamburin, Tarif, Tasse, Zechine, Zenit, Ziffer, Zucker.

Am 8.12. 2010 ist ein Artikel des Autors Andreas Unger mit dem Titel "Europas Wurzeln" - " 'Jüdisch-christliche Kultur' – auf den Spuren eines Begriffs" in der Tageszeitung "Neues Deutschland" erschienen.


Der obligatorische Hinweis auf das Urteil des "Landgerichts Hamburg" vom "12.05.1998" gilt ausdrücklich auch auf dieser Seite: Andreas Unger hat keinen Einfluss auf die Inhalte der angegebenen Links.